Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Jesaja 53,5
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(EKD) "Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21.
Jahrhundert" lautet der Titel des Impulspapiers des Rates der Evangelischen
Kirche in Deutschland (EKD), das am heutigen Donnerstag, 6. Juli, veröffentlicht
wird. Der Text zeigt Möglichkeiten auf, wie die evangelische Kirche den
vielfältigen Herausforderungen, vor denen sie steht, begegnen kann. "Bei einem
aktiven Umbauen, Umgestalten und Neuausrichten der kirchlichen Arbeit und einem
bewussten Konzentrieren und Investieren in Zukunft verheißende Arbeitsgebiete
wird ein Wachsen gegen den Trend möglich", sagt der Ratsvorsitzende der EKD,
Bischof Wolfgang Huber. Mit dem Impulspapier will der Rat eine Reformdebatte auf
allen kirchlichen Ebenen und Handlungsfeldern anstoßen.
Der Text geht davon aus, dass eine Vielzahl gesellschaftlicher Entwicklungen -
demographische Umbrüche, finanzielle Einbußen, hohe Arbeitslosigkeit, der
globalisierte Wettbewerb - einen Wandel der Strukturen auch der evangelischen
Kirche notwendig macht. Angesichts eines neuen Interesses für Religion, für
tragfähige Grundeinstellungen und verlässliche Orientierungen "wachsen die
Chancen wie auch die Verpflichtung der Kirche, Menschen durch die Verkündigung
des Evangeliums zu erreichen", betont Bischof Huber im Vorwort. Das Impulspapier
zielt auf "einen Paradigmen- und Mentalitätswechsel", "der die evangelische
Kirche auf die neue Situation ausrichtet", und "die Kraft zur Gestaltung des
Umwandlungsprozesses freisetzt."
Vier Grundannahmen bilden die Basis für die im Impulspapier vorgestellten
Überlegungen. Leitend für Wesen und Auftrag der evangelischen Kirche sollen
demnach "geistliche Profilierung statt undeutlicher Aktivität" sein, "
Schwerpunktsetzung statt Vollständigkeit", "Beweglichkeit in den Formen statt
Klammern an Strukturen" und "Außenorientierung statt Selbstgenügsamkeit". Diese
vier biblisch fundierten Grundansätze werden in zwölf Leuchtfeuern als
Orientierungspunkte auf dem Weg ins Jahr 2030 so entfaltet, dass die Chancen und
Veränderungsaufgaben in den Schlüsselbereichen kirchlichen Handelns beschrieben
werden. Die Leuchtfeuer wollen für die nächsten Jahre konkrete Ziele in den
Blick nehmen. Das von einer Perspektivkommission des Rates der EKD entwickelte
Papier soll die in den Landeskirchen vorhandenen Reformanstrengungen sichten und
bündeln, verstärken und fördern. Die regionale Auseinandersetzung mit den im
Text formulierten Vorstellungen soll helfen, die notwendigen Veränderungen für
den jeweils eigenen Bereich zu klären und zu fördern. Ausdrücklich verbindet der
Rat der EKD mit der Veröffentlichung seines Textes den Wunsch nach kritischen
Stellungnahmen und konstruktiven Weiterentwicklungen. Ein Forum für die
Bündelung der ersten Ergebnisse dieser Reformdebatte wird der Zukunftskongress
der EKD bieten, der vom 25. bis 27. Januar 2007 in der Lutherstadt Wittenberg
stattfindet.
Mehr dazu auf den Internetseiten der EKD unter www.ekd.de. Das Impulspapier (120
Seiten) steht im Internet unter
www.zukunftskongress-ekd.de
zur Verfügung.
Interessant ist auch das Diskussionsforum zu dem Impulspapier.
news/Kirche-der-Freiheit-2006.pdf |