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Bibel AnDenken Mai Andacht 2011
Monatsspruch
Monat Mai:
"Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ Römer 15, 13 (L)
- von Tobias Bilz, Landesjugendpfarrer der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens -
Hoffnung schöpfen
Hoffnungsbilder entwickeln
Was ist Hoffnung? Selten bekommt man vielfältigere Deutungen eines Begriffes als
hier. Jugendliche antworten gern konkret auf Fragen nach ihrer persönlichen
Hoffnung. Auf dem ökumenischen Kirchentag in München 2010 hat der Stand der
Evangelischen Jugend Sachsens danach gefragt. Antworten konnten aufgeschrieben
und an einen „Hoffnungsbaum“ geheftet werden. Hier eine kleine „Blütenlese“:
Meine Hoffnung ist …
... dass es Oma wieder besser geht und dass ich irgendwann eine richtige
Eisenbahnwelt habe.
... dass ein ehrlicher Dialog stattfindet, der auch Unterschiede aushält und
keine Gleichmacherei betreibt.
... gutes Wetter für die nächsten Tage.
... dass die Kirchen näher zusammenkommen, dass man endlich aufhört von Ost- und
Westdeutschland zu sprechen.
... eine angenehme Atmosphäre zwischen allen Religionen.
... der verantwortliche Umgang mit den Ressourcen dieser Welt jeglicher Art und
Chancengerechtigkeit für alle Menschen.
... dass wir durch den Kirchentag mehr zusammen wachsen.
... Gesundheit, Frieden, Glück, Zufriedenheit, Gemeinschaft.
... dass auf der ganzen Welt Frieden wird.
... dass jeder Mensch erfährt, was Glück bedeutet.
... dass die Menschen merken, dass Krieg ziemlich unnötig ist.
Diese und andere Wortmeldungen formulieren Erwartungen an eine bessere Zukunft. Worauf man setzt, um diese Hoffnungen Wirklichkeit werden zu lassen, bleibt unerwähnt. Allerdings ist genau das typisch für Hoffnung. Sie ist eine Grundempfindung des Menschen, die aufgebaut wird, indem man sich mögliche zukünftige Dinge vergegenwärtigt, möglichst konkret vorstellt. Hoffende bekämpfen Angst und Verzweiflung mit positiven Zukunftsbildern. Als Folge ändert sich das aktuelle Empfinden und Verhalten.
Ein Themenabend „Hoffnung“ könnte zunächst versuchen, die aktuelle Stimmungslage der Anwesenden zu erfassen. Dazu hilft die Methode „Waagschale“:
In der Mitte des Sitzkreises werden zum Beispiel mit Hilfe zweier beschriebener Blätter oder zweier Symbole zwei Pole markiert. „Ermutigung“ und „Entmutigung“ könnten dargestellt werden. Jugendliche können mit Hilfe bereitliegender Steine ihrem aktuellen Lebensgefühl Ausdruck geben. Die Steine sollten verschiedene Formen, Farben und Größen haben. Sie werden im Spannungsfeld abgelegt, unter Umständen zunächst schweigend. Danach wird das Gesamtbild betrachtet und gemeinsam ausgewertet.
Wenn es jemandem gelingt, Hoffnung zu gewinnen, spricht man vom „Hoffnung schöpfen“. Zum Schöpfen werden Quellen gebraucht. Was sind für die Anwesenden Hoffnungsquellen, wie bekommt man das Wasser geschöpft?
Möglicherweise bringt hier ein Erfahrungsaustausch entscheidende Aspekte ans Licht. Ein zusätzlicher Impuls kann mit Hilfe von Römer 15, 13 eingebracht werden. Vielleicht auf ein Plakat geschrieben und in die Mitte zwischen die beiden Pole gelegt?
Für Paulus ist Gott selbst die Hoffnungsquelle. Hoffnung wird ihm als Charaktereigenschaft zugewiesen. Der Zusammenhang von Röm 15 legt nahe, dass die Gemeinschaft derer, die auf den Gott der Hoffnung vertrauen, genau diese Hoffnung freisetzt.
So ergeben sich weitere Möglichkeiten, den Begriff „Hoffnung“ zu füllen, konkrete Hoffnungsvorstellungen zu entwickeln und die Jugendgruppe als Trägerin der Hoffnung zu identifizieren.
Leitfrage dafür: Wie müssten wir miteinander leben und glauben, um Entmutigung zu verarbeiten und Zukunftsperspektiven zu gewinnen? Eine Vision lässt sich daraus entwickeln. Hoffnung stellt sich ein.
Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2011" sind möglich bei der
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