Evangelisch und gut!

Evangelische Jugend – wir über uns
Wir sind Jugendliche, die aus den verschiedensten Richtungen kommen und die ein Ziel verbindet:
- Wir wollen, unseren Glauben entdecken, verändern, erleben und vor allem leben.
- Wir wollen Kirche und Menschen bewegen, um Stagnation zu vermeiden.
- Wir wollen Kindern und Jugendlichen in der Kirche eine Stimme geben.
- Wir nehmen uns als Gottgewollt an und leben Gemeinschaft.
- Wir sind beständig auf der Suche nach Gott um unseren eigenen Weg zu finden.
- Wir reden offen, hinterfragen, regen an und wollen provozieren.
- Deshalb wollen wir aktiv handeln, mitgestalten und der Evangelischen Jugend Gesicht und Stimme geben.
Evangelische Jugend – ich über mich
Hallo, ich heiße Anke und ich glaube an Gott. Nein auch wenn so Mancher das jetzt denken mag, geht es hier nicht um eine Selbsthilfegruppe! Und Ich engagiere mich in der evangelisch Jugend. Wie ich zur Kirche gekommen bin? Ich bin mit dem Konfirmandenunterricht eingestiegen, ging in die Jugendgruppe und bringe mich seit vielen Jahren ehrenamtlich ein.Ich habe in meiner Jungen Gemeinde Freunde gefunden, Anregungen und Herausforderungen. Ich habe mich einbringen können, wurde ernst- und wahrgenommen, mit allem was und wie ich war. Und darum bin ich geblieben. Der Glaube kam erst viel später, er musste reifen. In den Jahren habe ich viele Freunde gefunden, habe mich und andere entdeckt, habe Gleichgesinnte gefunden, bin in Gesprächen und im Gebet gewachsen und habe eine Heimat gefunden, in der ich ich sein darf.Evangelische Jugend ist für mich eine Herausforderung für alle die sich einbringen, entdecken, offen reden und akzeptiert werden wollen.
- Evangelische Jugend, das sind zuerst einmal die Jugendlichen, die sich finden und treffen um über die Welt und Gott zu reden.Jugendliche, die nach mehr suchen als nur nach Erfolg, Profit und Leistung. Jugendliche, die wissen, dass ein Mensch mehr ist als die Summe seiner einzelnen Teile. Das sind Jugendliche, die etwas bewegen können und gerade deshalb nicht aufgeben mit Glaube, Liebe und Hoffnung jeden Tag neu zu beginnen.
Anke Engelmann
Unser Zeichen - Das Kugelkreuz
Unser Zeichen
|
Das Kugelkreuz ist keine Neuschöpfung; es hat eine lange
Geschichte und taucht erstmals im 6. Jahrhundert auf einer Amborverkleidung
(Relief) in Ravenna auf. In St. Petersburg wird ein ebenfalls aus dem 6.
Jahrhundert stammendes Medaillon aufbewahrt, das byzantinischer Herkunft ist und
ein hoch aufragendes Kreuz auf einer kreisrunden Scheibe erkennen lässt. Es ist
ein Triumphkreuz, das von zwei Engelgestalten flankiert wird. Die christliche
Ikonographie macht keine eindeutigen Angaben zur Deutung dieses Symbols. Im
frühen Mittelalter bereits gab es das Symbol als Kugel verbunden mit dem Kreuz
und kann in dieser Zeit noch nicht als Erdkugel verstanden werden. Das
ptolemäische Weltbild kannte die Erde nur als Scheibe. Es ist zu vermuten, dass
die Kugel, die das Kreuz trägt, abgeleitet ist vom Apfel. Der altjüdische My
thos berichtet im Alten Testament, dass der Apfel die Unheil bringende Frucht
aus dem Paradies sei. In der Hand des Jesuskindes, so seit dem 11. Jahrhundert
nachweisbar, ist der Apfel das Symbol der Überwindung und Erlösung von der
Sünde. Bei spätgotischen Madonnenfiguren taucht das Symbol Kreuz auf der Kugel
ebenfalls auf und steht im gleichen Deutungszusammenhang. |
|
Weltliche Rechtsprechung (justicia) wird mit dem Symbol der Waage
dargestellt. Der Heilige Antonius wird gelegentlich dargestellt mit einer Waage,
in deren einer Schale ein Apfel, das "Gewicht der Sünde" symbolisierend, liegt.
|
|
|
Damit sind wir sehr dicht an der Deutung des Kugelkreuzes für die Evangelische Jugend. In der Zeit der Auseinandersetzung zwischen den so genannten "Deutschen Christen" und der "Bekennenden Kirche", in der Zeit des Hitlerfaschismus, wurde das Symbol "Kugelkreuz" zum Ausdruck dessen, was im Barmer Bekenntnis der "Bekennenden Kirche" von 1934 (besonders These 2) formuliert wurde. Mit Bezug auf 1. Korinther 1, 30 heißt es dort: "Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen. - Wir verwerfen die falsche Lehre, als gäbe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung und Heilung durch ihn bedürften." Es war die Evangelische Jugendkammer der Bekennenden Kirche, die das Symbol
Kugelkreuz zum Bekenntniszeichen der evangelischen Jugendarbeit auswählte. Die
Initiative lag bei dem damaligen Leiter des Evgl.Burckhardthauses, Pfarrer Otto
Riethmüller und dem Künstler Rudolph Koch, der sich intensiv mit christlicher
Symbolik beschäftigte. Otto Riethmüller wurde kurz vor der Auflösung aller
evangelischen Jugendverbände, bzw. der Eingliederung der Reste der
Evangelischen Jugendverbände in die Hitlerjugend, Vorsitzender der Jugendkammer
der Bekennenden Kirche. Die Jugendkammer nahm den Vorschlag von Koch und
Riethmüller an, das Kugelkreuz als Bekenntniszeichen den Jungen Gemeinden
anzubieten. Mit dem Tragen dieses Symbols war eine entschiedene Haltung gegen
Versuche der Nationalsozialisten verbunden, eine gleichgeschaltete evangelische
Reichskirche zu schaffen. Die Evangelische Jugend traf sich unter diesem Zeichen
fortan als Junge Gemeinde. |
|
|
In den westdeutschen Landeskirchen (BRD) erhielten die evangelischen Jugendlichen das "Kugelkreuz" als Anstecknadel zusammen mit einer " Verleihungskarte", sofern man Mitglied einer Gliederung der Evangelischen Jugend war. In den ostdeutschen Landeskirchen (ehemalige DDR) gab es keine Mitgliedschaft in einem Verein oder Verband. Durch Taufe und Konfirmation gehörte man zu einer Gemeinde, wurde eingeladen zur "Jungen Gemeinde" und erh ielt die Anstecknadel in der Regel nach einem Jahr regelmäßiger Teilnahme an den Veranstaltungen der "Jungen Gemeinde" in einer gottesdienstlichen Veranstaltung (Monatsrüste o.ä.) überreicht mit den Worten aus 1. Johannes 5,4 "Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat". Angesichts des Alleinvertretungsanspruchs der FDJ (Freie Deutsche Jugend), stand in der Zeit der DDR mehrfach zur Diskussion, ob sich hinter der Bezeichnung "Junge Gemeinde " möglicherweise eine zweite Jugendorganisation verberge, die es zu verbieten gelte. |
|
Besonders schwerwiegende Auseinandersetzungen gab es in den Jahren 1952/53
und 1958 mit Lehrern und FDJ-Sekretären, die nicht selten mit Schulverweisen von
den Oberschulen endeten und bis 1961, dem Bau der Mauer, nicht selten zu einem
Wechsel des Wohnortes in die Bundesrepublik Deutschland führten. Angesichts
einer sich massiv und militant formierenden atheistischen Propaganda war das
Tragen der Anstecknadel ein öffentliches Bekenntnis zur Botschaft des
Evangeliums und auch ein Protest gegen Ignoranz und Intoleranz der Gesellschaft
formenden Machthaber der DDR. Bekenntnis-, Verbands- und Qualitätszeichen der
Evangelischen Jugend ist das Kugelkreuz in "Ost" und "West" bis heute
geblieben. Unter diesem Zeichen ist die "Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen
Jugend in Deutschland e.V." der jugendpolitische Zusammenschluss aller
evangelischen Verbände und Strukturen (Junge Gemeinde, Kreis- und
Landesjugendkonvente, Ämter für Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen
Landeskirchen, CVJM, EC, VCP, RMJ). Besonders in der ehemaligen DDR kam in der
Evangelischen Jugend ein zweites Symbol hinzu, das ebenfalls Bekenntnischarakter
trug und bis heute an Bedeutung nicht verloren hat: das Symbol "Schwerter zu
Pflugscharen", das in der evangelischen Jugendarbeit der Evgl. Luth.
Landeskirche in Sachsen/Dresden 1980 entstanden ist und jedes Jahr im November
in der Ökumenischen FriedensDekade auf brennende Weltprobleme hinweist. Text: Gerhard Bemm MAIL |
|












